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Der G-Punkt - eine blosse Erfindung?

Der G-Punkt - eine blosse Erfindung?

Vergeblich gesucht: der G-Punkt ist weg!

Das altehrwürdige Kings College in Englands Hauptstadt London zählt zu den 25 besten Universitäten der Welt. Umso erschreckender, das ausgerechnet Forscher dieser hoch angesehenen englischen

Elitenschmiede mit den Ergebnissen einer neuen Studie einen der interessantesten Gegenstände im Bereich der Sexualität endgültig ins Reich medizinischer Mythen verbannen wollen.

Es geht um das geheimnissvolle zweite Lustzentrum im Inneren der weiblichen Vagina. Gemeint ist die so genannte Gräfenberg-Zone. Diese nach ihrem Entdecker - oder sollte man lieber sagen Erfinder - dem deutschen Gynäkologen Ernst Gräfenberg benannte Region im Endbereich der weiblichen Harnröhre dürfte den meisten Menschen eher unter der Bezeichnung G-Punkt bekannt sein.

Sex.de hatte vor nicht allzu langer Zeit bereits ausführlich über diesen hochempfindlichen und reizbaren Sektor der Scheidenwand berichtet, und auch darauf hingewiesen, dass sich bei der Frage nach der Existenz dieses Punktes auch die weiblichen Geister scheiden. Die einen Damen der Schöpfung schwören Stein und Bein dass sie einen G-Punkt haben, dessen Stimulation augenblicklich zu einem heftigen und nicht selten multiplen Orgasmus führt. Die anderen halten die Behauptung, es gäbe die Gräfenberg-Zone, für etwas völlig aus der Luft Gegriffenes.

Nun soll dieser alte Streit einmal wieder definitiv entschieden worden sein und diesmal verdankt die Welt die Klärung dieser bedeutenden Frage der Zwillingsforschung.

Ein Team um die Experten für Studien mit Zwilingspaaren Andrea Burri und Tim Spector haben eine Gruppe von mehr als 1800 weiblichen Zwillingen im Alter von 22-83 zu dem Thema befragt. Ziel war es herauszufinden, ob es eine wirkliche genetische Basis für die Ausbildung eines G-Punkts bei Frauen gibt. Vor allem bei eineiigen Zwillingen müsste, da deren genetischer Code nahezu gleich ist, auch die Erfahrung mit einem G-Punkt gleich sein, wenn es für die Entstehung dieser Zone eine Erbinformation gäbe.

Die Ergebnisse waren jedoch keineswegs eindeutig. Wenngleich etwa 56 Prozent der befragten Frauen angaben, einen G-Punkt zu besitzen, waren die Übereinstimmungen bei den eineiigen Paaren keineswegs signifikant häufiger, als bei den Zwillingen ohne identischen Gencode. Gäbe es aber ein Gen für den G-Punkt, so müssten die Erfahrungen der eineiigen Zwillingsfrauen bezüglich ihres G-Punkts übereinstimmen. Die britischen Forscher folgerten aus den Ergebnissen der Befragung, dass das Gräfenberg-Areal kein erbliches Körpermerkmal, sondern etwas völlig Subjektives ist. Anders und weniger freundlich ausgedrückt - eine blosse Einbildung.

Die Forscher sind der Meinung, dass hierdurch ein immenser Druck von jenen Frauen und Männern genommen wird, die bislang ohne jeden Erfolg nach dem G-Punkt bei sich selbst, beziehungsweise bei der eigenen Partnerin gesucht haben und aufgrund dessen ein gewisses sexuelles Minderwertigkeitsgefühl ausbilden.

Professor Spector sieht im G-Punkt einen Mythos, der seine Existenz einigen Sexualtherapeuten und den Medien verdankt, die derartige Themen mit grossem Interesse behandeln. Weder Ernährung noch spezielles Training könne seiner Meinung nach dazu beitragen, eine solche Region zu stärken oder weiter auszubilden.

Ist damit die erregende Suche ein für allemal erledigt? Lest dazu den kleinen Tipp auf dieser Seite!

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Das letzte Wort in Sachen G-Punkt?

Wenngleich auf diese Weise einmal wieder und scheinbar endgültig mit dem Geheimnis um den Gräfenberg-Punkt und seiner Existenz aufgeräumt wurde, ist es dennoch unwahrscheinlich, dass die Gerüchteküche in Sachen G-Punkt in absehbarer Zeit aufhört zu brodeln. Denn ebenso wie eine frei erfundene Gespenstergeschichte in der Lage ist, uns kalte Schauer des Entsetzens über den Rücken zu jagen, so kann auch ein sexueller Mythos gewaltige Lustgefühle freisetzen. Zum Beispiel dann, wenn Frauen selbst oder deren Sexualpartner sich mit Fingern, der Zunge oder auch mit speziellen G-Punkt Vibratoren wie bspw. aus dem Beate-Uhse Shop auf die Suche nach dieser zweiten Klitoris begeben. Fakt ist, dass nicht wenige Frauen bei der Stimulation des Bereichs am Ende der Harnröhre tatsächlich Hochgefühle erfahren und nicht selten auch auf diese Weise zu einem befriedigenden Orgasmus kommen. Für Männer ist es sowieso geil, im Inneren der Vagina nach etwas zu suchen - egal ob es dieses etwas nun tatsächlich gibt, oder nicht. Es ist somit ziemlich sicher, dass mit der britischen Zwillingsstudie noch lange nicht das letzte Wort in Sachen G-Punkt gesprochen wurde.

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